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Oliver Stone
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William Oliver Stone (* 15. September 1946 in New York City) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der vor allem fĂźr politische Filme bekannt ist. Er wurde dreimal mit dem Oscar ausgezeichnet.
Contents
⢠Filmografie
⢠Kurzfilme
⢠Spielfilme
⢠Dokumentarfilme
⢠Auszeichnungen
⢠Privates
⢠Literatur
⢠Dokumentation
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben und Karriere
Oliver Stones Vater, Louis Stone, war Jude, seine Mutter eine in Frankreich geborene Katholikin. Die Eltern einigten sich auf den Kompromiss, Oliver episkopalisch zu erziehen. Stone ist später zum Buddhismus konvertiert. Die Familie war wohlhabend, der Sohn ging auf die Trinity-School in Manhattan, bevor er auf âThe Hill Schoolâ in Pennsylvania seine College-Reife erlangte. Die Ferien verbrachte er regelmäĂig bei seiner GroĂmutter in Frankreich. Er spricht flieĂend FranzĂśsisch. Im Alter von fĂźnf Jahren schrieb Oliver bereits Marionettentheater-StĂźcke fĂźr seine Cousins. Mit sieben schrieb er erste Geschichten, fĂźr die ihm sein Vater einen Vierteldollar pro StĂźck bezahlte. Mit neun begann er ein 100 Seiten langes Buch Ăźber seine Familie und das Leben im Allgemeinen zu schreiben. Mit 14 Jahren wurde Stone von seinen Eltern auf ein Internat geschickt. Seine Eltern lieĂen sich dann in Olivers Abwesenheit scheiden. Der Vater hatte Affären mit Ehefrauen aus befreundeten Familien. Er war Broker an der Wall Street, bis er durch schlechte Investments finanziell Schiffbruch erlitt. Stone verarbeitete diese Erlebnisse in dem bĂśrsenkritischen Spielfilm Wall Street. Der Bankrott seines Vaters lieĂ Stone zum ersten Mal begreifen, dass er bisher ein privilegiertes Leben gefĂźhrt hatte.
Nach einem eher erfolglosen Jahr an der Yale University ging Stone nach Vietnam und arbeitete als Englischlehrer. Er kehrte noch einmal nach Yale zurĂźck, verlieĂ die Universität aber erneut nach kurzer Zeit, da er zu sehr damit beschäftigt war, den extrem langen Roman A Childâs Night Dream zu schreiben, der von einer Reihe von Verlagen abgelehnt wurde. Stone warf das halbe Manuskript frustriert in den East River. Er ging als Freiwilliger in den Vietnamkrieg. Stone fĂźhrt diese Entscheidung auf den Einfluss seines Vaters und der damaligen Filme zurĂźck:
âIch glaubte an das John-Wayne-Bild von Amerika. Mein Vater war Republikaner, und er brachte mir bei, dass das ein guter Krieg sei, weil die Kommunisten bĂśse Kerle seien und wir gegen sie kämpfen mĂźssten. Und dann war da noch der Romantizismus des Zweiten Weltkriegs, wie er in den Filmen auftauchte, die wir schauten. Die Realität unterschied sich davon aber offensichtlich sehr.â
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Oliver Stone
Stone diente von April 1967 bis November 1968 in Vietnam. Er bestand auf Fronteinsatz, wurde zweimal verwundet und mit den Orden Purple Heart und Bronze Star fĂźr âauĂerordentlich mutiges Verhalten in Kampfhandlungenâ geehrt. Seine Kriegserfahrungen verarbeitete Stone später in seiner Anti-Kriegsfilm-Trilogie Platoon, Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July) und Zwischen Himmel und HĂślle (Heaven & Earth). Nach der RĂźckkehr aus dem Krieg erlebte Stone in Berkeley die Studentenrevolte mit. Er verbrachte einige Zeit in Mexiko. Bei seiner RĂźckkehr in die USA wurde er wegen Besitzes von Marihuana festgenommen, sein Vater hinterlegte eine Kaution und er kam wieder frei. Stone begann ein Studium an der Filmhochschule der New York University, an der Martin Scorsese sein erster Lehrer war. Stone schrieb nach Studienende zehn DrehbĂźcher, die nicht realisiert wurden, und arbeitete als Taxifahrer und Kopierbote. 1972 konnte er sein erstes Drehbuch verkaufen und selbst verfilmen, das Horror-B-Movie Die Herrscherin des BĂśsen (Seizure).
Es folgte eine erneute Durststrecke. Stone arbeitete fĂźr eine Sportfilmproduktionsfirma und schrieb weitere 14 DrehbĂźcher, darunter Platoon, in dem er seine alptraumhaften Erlebnisse im Krieg verarbeitete. Das Buch konnte er verkaufen, doch wurde die Produktion eines Filmes zunächst zurĂźckgestellt. FĂźr Columbia Pictures schrieb Stone schlieĂlich das Drehbuch zu 12 Uhr nachts â Midnight Express (Midnight Express), fĂźr das er 1978 seinen ersten Oscar erhielt.cite-ref-2[2] Damit hatte Stone in Hollywood den Durchbruch geschafft. Weitere DrehbĂźcher schrieb er unter anderem fĂźr Conan der Barbar (Conan the Barbarian), Scarface und Im Jahr des Drachen (Year of the Dragon). In der Zeit seiner Erfolge wurde Stone drogensĂźchtig, lebte ein wildes Partyleben und war am Ende nahezu bankrott. Was ihn rettete, war der Ăźberwältigende Erfolg seines Films Platoon, fĂźr den er den zweiten Oscar erhielt â seinen ersten als Regisseur. Es folgte ein weiterer Regie-Oscar fĂźr Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July). In beiden Filmen thematisierte Stone den Vietnamkrieg und lĂśste politische Debatten aus. Es folgten weitere zeitgeist- und politikkritische Filme wie John F. Kennedy â Tatort Dallas (JFK), Natural Born Killers und Nixon â Der Untergang eines Präsidenten (Nixon).
Mit besonderer Optik bestechen insbesondere seine Werke JFK, Natural Born Killers und The Doors, die Stone neben weiteren acht Spielfilmen mit dem mehrfach Oscar-prämierten Kameramann und Bildgestalter Robert Richardson realisierte. Typisch fĂźr diese Filme sind verschiedenste Kamera- und Filmformate, die sich aus der gesamten Bandbreite visueller Ausdrucksformen generieren. In den Filmen JFK´und Natural Born Killers werden von Richardson/Stone die Formate VHS, 8mm, Super 8, 16mm, Super 16 (in SchwarzweiĂ, auch in Farbe) 35mm und 70-mm-Film sowie spezielle Kamerafilter und Kameraobjektive eingesetzt. Diese Formate zeichnen sich vor allem durch eine vollkommen unterschiedliche KĂśrnung aus. Im anschlieĂenden Filmschnitt werden die ohnehin schon hektisch und unruhig wirkenden Sequenzen durch eine hohe Schnittfrequenz zusätzlich verstärkt. Mittels dieser Techniken in Kombination mit entsprechenden Kameraeinstellungen, Beleuchtungstechniken, Maskenbildern, KostĂźmen und Drehorten wird die Wirkung eines Dokumentarfilms erzielt. Stone bedient sich bei seinen Filmen durchaus aus dem Material anderer Autoren und verarbeitet dieses in seinen DrehbĂźchern. So basiert Salvador (1986) auf den realen Erlebnissen von Rick Boyle. Und das Drehbuch von John F. Kennedy â Tatort Dallas auf der literarischen Vorlage von Jim Garrison On the Trail of the Assassins (dt. Ausgabe 1992: Wer erschoĂ John F. Kennedy? â Auf den Spuren der MĂśrder von Dallas). Da Stone noch zum Zeitpunkt seines Interesses der filmischen Umsetzung mit eigenen Dreharbeiten beschäftigt war, hatte Zachary Sklar zunächst einen Entwurf verfasst, den Stone dann Ăźberarbeitete.cite-ref-3[3] Sein Ăźber 15 Jahre vorbereitetes, ambitioniertes Filmprojekt Ăźber Alexander den GroĂen, Alexander (2004), wurde von vielen Kritikern âverrissenâ, was Stone sehr schmerzte. Der Film war finanziell ein Misserfolg, dessen AusmaĂ sich jedoch durch gute DVD-Verkaufszahlen abschwächte.cite-ref-4[4] Stones nächster Film World Trade Center war eine der ersten filmischen Auseinandersetzungen mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Der Film wurde von Stones rechten Kritikern gut angenommen, während ihm eher liberale und linke Beobachter vorwarfen, einen harmlosen und verklärenden Film gedreht zu haben.
Oliver Stone ist bekennender Drogenkonsument, was ihn mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt brachte. Zur Zeit der Arbeit an Scarface erholte er sich gerade von seiner Kokainsucht. Auf der DVD zu Natural Born Killers berichtet die Produzentin Jane Hamsher, Stone habe während des Drehs halluzinogene Pilze konsumiert. Auch während des Drehs zu Platoon soll der Regisseur mit seinen Darstellern Marihuana geraucht haben, um eine Szene, in der die Soldaten Marihuana rauchen, so realistisch wie mÜglich wirken zu lassen.
1997 gehĂśrte Stone zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes an Bundeskanzler Helmut Kohl, der das Verhalten des deutschen Staates gegenĂźber der Scientology-Organisation mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglich. Der Brief wurde in der International Herald Tribune abgedruckt und sorgte in Deutschland fĂźr groĂe EmpĂśrung.cite-ref-5[5] 2012 produzierte Stone in Zusammenarbeit mit dem Historiker Peter Kuznick eine zehnteilige Fernsehdokumentation Ăźber die amerikanische Geschichte von 1940 bis zur Wahl Obamas.cite-ref-6[6] Das 900-seitige Begleitbuch stammt auch von ihm.cite-ref-7[7] Nachdem Ende Oktober 2012 Hurrikan Sandy während des Präsidentschaftswahlkampfs die OstkĂźste der USA getroffen hatte, kritisierte Stone sowohl Barack Obama als auch Mitt Romney dafĂźr, dass sie sich bis dahin in ihren Wahlkampfdebatten nicht zum Klimawandel geäuĂert hatten.cite-ref-8[8] Das Problem sei schon lange bekannt, aber man tue nichts dagegen, weil es unbequem sei. Es sei leichter, gewählt zu werden, wenn man Ăźber Arbeitsplätze spreche.cite-ref-9[9]
Stone trat im Zuge der Ăberwachungs- und Spionageaffäre 2013 im Video Stop Watching US auf und nannte den Whistleblower Edward Snowden einen Helden. Am 20. Februar 2015 begann Stone in MĂźnchen mit den Dreharbeiten zu seinem Spielfilm Ăźber Edward Snowden.cite-ref-10[10] Der Film Snowden mit Joseph Gordon-Levitt in der Titelrolle kam in Deutschland am 22. September 2016 in die Kinos. Mit der im Juli 2021 auĂerhalb der Filmfestspielen von Cannes uraufgefĂźhrten Dokumentation JFK Revisited: Through the Looking Glass kehrte Stone nochmals zum Thema John F. Kennedy zurĂźck. Jason Gorber schrieb, Stone habe nun âviele Jahre als politischer Aktivist zugebracht und Demagogen gegenĂźber demokratischen FĂźhrern unterstĂźtztâ, der Film zeige seine feste Entschlossenheit, sein Publikum ganz auf der Seite der Skeptiker gegenĂźber allem Offiziellen zu finden. Wegen der Gefährlichkeit dieses ZĂźndelns nannte Gorber Stone einen VerschwĂśrungs-Quacksalber.cite-ref-11[11]
In seinem Film Ukraine on Fire (2016) stellte Stone den Euromaidan als einen von den USA organisierten Staatsstreich dar. âDamit bedient er ein klassisches Propaganda-Narrativ des Kremls.âcite-ref-12[12] Laut Stone lieĂ Putin die Ukraine 2022 Ăźberfallen, weil ihm die USA eine Falle gestellt hätten. Die westlichen Idioten, welche Russland provozierten, hätten ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Nun sei es an der Zeit, dass die USA und Russland â ähnlich wie bei der Kubakrise â gemeinsam die gefährliche Situation entschärfen.cite-ref-13[13] Während selbst die meisten rechtslastigen Medien im Falle des Massakers von Butscha auf Desinformation verzichteten, verbreitete der links stehende Stone dubiose Inhalte aus dem Internet mit Verweis auf die Ăźblichen Verdächtigen (Neocons, CIA, NATO).cite-ref-14[14]
Kontroversen um Stones Filme
Stones Filme greifen nicht nur häufig politisch kontroverse Themen auf, sie entfachen auch politischen Streit.
Die Verfilmung der Ermittlungen nach dem Attentat auf John F. Kennedy unter dem Titel JFK â Tatort Dallas (JFK) lĂśste in den Vereinigten Staaten Diskussionen Ăźber den Umgang des Staates mit dem die Nation traumatisierenden Ereignis aus, aber auch Ăźber eine von Stone implizierte Beteiligung des Staates an Kennedys Ermordung. Die Kontroverse, die der Film ausgelĂśst hatte, fĂźhrte schlieĂlich so weit, dass der Kongress ein Gesetz verabschiedete, mit dem Millionen Seiten von Regierungsdokumenten Ăźber die Kennedy-Ermordung Ăśffentlich gemacht wurden, die eigentlich noch einige Jahrzehnte unter Verschluss hätten bleiben sollen.cite-ref-15[15]
Kritiker warfen dem Regisseur vor, durch Vermengung von geschichtlichen Fakten und fiktionalen Ereignissen zu polemisieren und den Zuschauer zu manipulieren.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17] Stone verĂśffentlichte daraufhin eine Version des Drehbuches mit Quellenverweisen, um der Kritik zu begegnen.cite-ref-18[18] Ebenso verfuhr er bei seinem Film Nixon â Der Untergang eines Präsidenten (Nixon), der aus denselben GrĂźnden kritisiert worden war.
Wie schon Scarface, zu dem Stone das Drehbuch schrieb, wurde auch Natural Born Killers die Glorifizierung von Gewalt vorgeworfen. Stone erwiderte, der Film verherrliche Gewalt nicht, sondern zeige satirisch die Glorifizierung von Gewalt durch Amerikas Medien. Stone musste sich fßr Natural Born Killers sogar vor Gericht verantworten, weil ihm Krimi-Autor John Grisham vorwarf, er sei dafßr verantwortlich, dass zwei Jugendliche nach Besuch des Films einen Bekannten von ihm getÜtet hätten. Stone wurde freigesprochen.cite-ref-19[19] Aus der Entstehungszeit des Films Natural Born Killers gibt es Berichte von der Produzentin Jane Hamsher, die sie in ihrem Buch Killer Instinct verÜffentlichte. Darin werden die Hollywood-Szene und auch Oliver Stone als skrupellose Filmemacher kritisiert.cite-ref-20[20]
Stones DrehbĂźchern fĂźr 12 Uhr nachts â Midnight Express (Midnight Express) und Im Jahr des Drachen (Year of the Dragon) wurde Rassismus vorgeworfen. Der erste Film beschreibt unmenschliche Zustände in einem tĂźrkischen Gefängnis, der zweite handelt von einem Bandenkrieg innerhalb der chinesischen Mafia in New York. Er lĂśste heftige Proteste chinesischstämmiger Amerikaner aus.
Seiner Musikerbiografie The Doors wurde vorgeworfen, tatsächliche Abläufe verfälscht wiederzugeben. So sei der Doors-Song Light My Fire niemals fßr Werbezwecke verkauft worden, und Jim Morrison habe seine Frau nicht in einen Schrank eingesperrt und diesen dann angezßndet. Ray Manzarek, der Keyboarder der Doors, warf Stone Verfälschungen im Drehbuch vor und erhielt während der Dreharbeiten Setverbot. Manzarek vertrat bis zu seinem Tod den Standpunkt, The Doors sei ein guter Film, der jedoch nicht faktengetreu sei. Stone wurde des Weiteren dafßr kritisiert, Hauptdarsteller Val Kilmer aufgefordert zu haben, unter Aufsicht eines Arztes kleine Mengen Heroin zu konsumieren, um die Rauschzustände Morrisons besser verstehen und die Rolle realer spielen zu kÜnnen. Kilmer lehnte dies ab, soll während der Dreharbeiten jedoch mit anderen Drogen experimentiert haben.
Dem explizit politischen Stone wurde auch schon vorgeworfen, nicht politisch genug zu sein, etwa in Wall Street, der sich zu sehr auf Lifestyle statt auf finanzielle Machtstrukturen konzentriere, und in World Trade Center, der sich auf persĂśnliche Schicksale beschränke. AuĂerdem wird Stone vorgehalten, unfreiwillig die angebliche Verbindung der Anschläge zu Saddam Hussein zu bekräftigen.cite-ref-21[21]
Das Fidel-Castro-Porträt Comandante wurde als zwar faszinierendes, zugleich aber auch unkritisches und sogar idealisierendes Bild des kubanischen Regierungschefs kritisiert.cite-ref-22[22] Stone hat sich als Freund und Bewunderer Fidel Castros bezeichnet und sagte Ăźber ihn: âEr ist ein getriebener Mann, ein sehr moralischer Mann. Er macht sich viele Gedanken Ăźber sein Land. So gesehen ist er selbstlos.âcite-ref-23[23] Ebenso unkritisch sei seine VerĂśffentlichung Ăźber Hugo ChĂĄvez gewesen. Mit Die Putin-Interviews widerspricht Stone der Erzählung eines unprovozierten Krieges in der Ukraine und ihm wird, wie auch mit Ukraine on Fire, eine UnterstĂźtzung Putins vorgeworfen. In Revealing Ukraine seien daraus ganze Sätze wiederverwendet und offensichtlich zusammengeschnitten und darum unverständlich geworden.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Im Jahr 2021 erschien ein weiteres Filmportrait Ăźber einen Autokraten; Nursultan Nasarbajew.cite-ref-26[26] Der Film wurde als âeine aus Kasachstan finanzierte und dirigierte PR-Showâ beschrieben, weil Stone Menschenrechtsverletzungen wie Folterungen von Oppositionellen nicht ansprach und Recherchen von OCCRPcite-ref-27[27]cite-ref-28[28], Der Standardcite-ref-29[29], Tamedia, ZDFcite-ref-30[30] und Der Spiegelcite-ref-0-31-0[31] ergaben, dass Stone bei der Konzeption jenes Filmes zu Nasarbajew teilweise nicht selbst entschied, welche Fragen er an Nasarbajew stellte. Die Recherchen ergaben auĂerdem, dass Stone (oder Partner in seinem Namen) auch dem belarussischen Diktator Aljaksandr Lukaschenka, dem tĂźrkischen Präsidenten Recep Tayyip ErdoÄan und Aserbaidschans Autokraten Ilham Alijew die Produktion von Filmportraits und ein Mitspracherecht bei der Konzeption anbot. Von Alijew forderte Stone fĂźr die Umsetzung eines Filmportraits 15 Millionen US-Dollar. Im Falle von Lukaschenka entschied sich Stone, sein Angebot zurĂźckzuziehen bzw. gegen eine Zusammenarbeit.cite-ref-0-31-1[31]
Der Historiker Stepan Welitschko schrieb im Januar 2015 im Vorfeld der Entstehung von Ukraine on Fire einen offenen Brief an Oliver Stone. Wie jeder gestĂźrzte Diktator habe Janukowytsch, anstatt die Fehler bei sich und der eigenen Politik zu suchen, die leichte Erklärung fremder Mächte zur Hand. Der Fokus von Stone auf die CIA bzgl. der Euromaidan-Geschehnisse fĂźhre hingegen zu âbilliger Propagandaâ zum Vorteil Putins Diktatur. Welitschko fĂźgte an, dass die Konzentration auf einen isolierten Aspekt entweder zur weltanschaulichen Rechtfertigung oder zu VerschwĂśrungstheorien fĂźhre.cite-ref-32[32]
Filmografie
Kurzfilme
⢠1970: Michael and Marie
⢠1979: Mad Man of Martinique
Spielfilme
D = Drehbuch; R = Regie; P = Produzent; E = Editor; K = Kameramann
⢠1970: Street Scenes (K)
⢠1971: Last Year in Viet Nam (D, E, K)
⢠1973: Sugar Cookies (P)
⢠1974: Die Herrscherin des BÜsen (Seizure) (R, D, E)
⢠1978: 12 Uhr nachts â Midnight Express (Midnight Express) (D)
⢠1981: Die Hand (The Hand) (R, D)
⢠1982: Conan der Barbar (Conan the Barbarian) (D)
⢠1983: Scarface (D)
⢠1985: Im Jahr des Drachen (Year of the Dragon) (D)
⢠1986: 8 Millionen Wege zu sterben (8 Million Ways to Die) (D)
⢠1986: Salvador (R, D, P)
⢠1986: Platoon (R, D, P)
⢠1987: Wall Street (R, D, P)
⢠1988: Talk Radio (R, D, P)
⢠1989: Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July) (R, D, P)
⢠1990: Blue Steel (P)
⢠1990: Die Affäre der Sunny von B. (Reversal of Fortune) (P)
⢠1991: Iron Maze â Im Netz der Leidenschaft (Iron Maze) (P)
⢠1991: The Doors (R, D)
⢠1991: JFK â Tatort Dallas (JFK) (R, D, P)
⢠1992: Zebrahead (P)
⢠1992: South Central â In den StraĂen von L.A. (South Central) (P)
⢠1993: Wild Palms (P)
⢠1993: Zwischen Himmel und HÜlle (Heaven & Earth) (R, D, P)
⢠1993: TÜchter des Himmels (The Joy Luck Club) (P)
⢠1994: The New Age (P)
⢠1994: Natural Born Killers (R, D, P)
⢠1995: Nixon â Der Untergang eines Präsidenten (Nixon) (R, D, P)
⢠1995: Unter Anklage â Der Fall McMartin (Indictment: The McMartin Trial) (P)
⢠1996: Freeway (P)
⢠1996: Killer â Tagebuch eines SerienmĂśrders (Killer: A Journal of Murder) (P)
⢠1996: Larry Flynt â Die nackte Wahrheit (The People vs. Larry Flynt) (P)
⢠1996: Evita (D)
⢠1997: The Hunt (Cold Around the Heart) (P)
⢠1997: U-Turn â Kein Weg zurĂźck (U Turn) (R, P)
⢠1998: Savior (P)
⢠1999: Corruptor â Im Zeichen der Korruption (The Corruptor) (P)
⢠1999: An jedem verdammten Sonntag (Any Given Sunday) (R, D, P)
⢠2001: The Day Reagan Was Shot (P)
⢠2004: Alexander (R, D, P)
⢠2006: World Trade Center (R, P)
⢠2008: W. â Ein missverstandenes Leben (W.) (R, P)
⢠2010: Wall Street: Geld schläft nicht (Wall Street 2: Money Never Sleeps) (R, P)
⢠2012: Savages (R, D, P)
⢠2016: Snowden (R, D, P)
Dokumentarfilme
Regisseur
⢠2003: Comandante
⢠2003: Persona Non grata
⢠2004: America Undercover, 2 Episoden
⢠2009: South of the Border
⢠2012: Oliver Stone â Die nicht erzählte Geschichte Amerikas (Untold History of the United States)
⢠2017: Die Putin-Interviews (The Putin Interviews)
⢠2021: JFK Revisited: Through the Looking Glass
⢠2022: JFK: Destiny Betrayed, 4 Episoden
⢠2024: Lula
Drehbuch
⢠2003: Comandante
⢠2004: America Undercover, 1 Episode
⢠2012: Oliver Stone â Die nicht erzählte Geschichte Amerikas (Untold History of the United States)
⢠2017: Die Putin-Interviews (The Putin Interviews)
Produzent
⢠1998: The Last Days of Kennedy and King
⢠2003: Comandante
⢠2009: South of the Border
⢠2012: Oliver Stone â Die nicht erzählte Geschichte Amerikas (Untold History of the United States)
⢠2016: Ukraine on Fire
⢠2017: Die Putin-Interviews (The Putin Interviews)
⢠2019: Revealing Ukraine - Die Enthßllung
Auszeichnungen
Oliver Stone erhielt fĂźr seine Filme zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen. Ăberwiegend wird sein Schaffen als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent gewĂźrdigt. So erhielt Stone bislang drei Oscars und war fĂźr acht weitere nominiert. Bei den Golden Globes wurde ihm bereits fĂźnf Mal der Preis Ăźberreicht und er war fĂźr drei weitere Trophäen nominiert. Weiterhin erhielt Stone einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Es sind Ăźber 56 Auszeichnungen und 49 Nominierungen auf Oliver Stone zurĂźckzufĂźhren. Die nachfolgende Auswahl listet die bekanntesten Preise auf.cite-ref-34[34] In einer Liste der grĂśĂten Regisseure der Filmgeschichte kam er in der Zeitschrift Entertainment Weekly auf Platz 43.
⢠1979: Auszeichnung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch fĂźr 12 Uhr nachts â Midnight Express
⢠1987: Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie fßr Platoon
⢠1987: Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch fßr Platoon
⢠1990: Nominierung in der Kategorie Bester Film fßr Geboren am 4. Juli
⢠1990: Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie fßr Geboren am 4. Juli
⢠1990: Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch fßr Geboren am 4. Juli
⢠1992: Nominierung in der Kategorie Bester Film fĂźr JFK â Tatort Dallas
⢠1992: Nominierung in der Kategorie Beste Regie fĂźr JFK â Tatort Dallas
⢠1992: Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch fĂźr JFK â Tatort Dallas (mit Zachary Sklar)
⢠1996: Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch fßr Nixon
⢠1979: Auszeichnung in der Kategorie Bestes Filmdrehbuch fĂźr 12 Uhr nachts â Midnight Express
⢠1987: Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie fßr Platoon
⢠1987: Nominierung in der Kategorie Bestes Filmdrehbuch fßr Platoon
⢠1990: Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie fßr Geboren am 4. Juli
⢠1990: Auszeichnung in der Kategorie Bestes Filmdrehbuch fßr Geboren am 4. Juli
⢠1992: Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie fĂźr JFK â Tatort Dallas
⢠1992: Nominierung in der Kategorie Bestes Filmdrehbuch fĂźr JFK â Tatort Dallas (mit Zachary Sklar)
⢠1995: Nominierung in der Kategorie Beste Regie fßr Natural Born Killers
⢠1988: Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie fßr Platoon
⢠1991: Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch fßr Geboren am 4. Juli
⢠1993: Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch fĂźr JFK â Tatort Dallas (mit Zachary Sklar)
⢠1997: Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch fßr Evita
⢠1995: Auszeichnung in der Kategorie Bester Fernsehfilm fßr Indictment: The McMartin Trial
⢠1979: Nominierung in der Kategorie Bestes Album mit Originalmusik geschrieben fĂźr einen Film oder ein Fernsehspecial fĂźr 12 Uhr nachts â Midnight Express
⢠1987: Nominierung fßr den Goldenen Bären fßr Platoon
⢠1987: Auszeichnung mit dem Silbernen Bären als bester Regisseur fßr Platoon
⢠1989: Nominierung fßr den Goldenen Bären fßr Talk Radio
⢠1990: Nominierung fßr den Goldenen Bären fßr Geboren am 4. Juli
⢠1990: Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenbären
⢠2000: Nominierung fßr den Goldenen Bären fßr An jedem verdammten Sonntag
⢠1994: Auszeichnung mit dem Spezialpreis der Jury fßr Natural Born Killers
⢠1994: Nominierung fßr den Goldenen LÜwen fßr Natural Born Killers
⢠2017: Honorary Heart of Sarajevo Awardcite-ref-35[35]
⢠2021: B3 BEN Award in der Kategorie Lebenswerkcite-ref-36[36]
⢠2007: A Tribute to ... Award
Privates
Oliver Stone ist in dritter Ehe mit der Koreanerin Sun-jung Jung verheiratet. Aus seiner zweiten Ehe mit Elizabeth Burkit Cox stammt der Schauspieler, Regisseur und Produzent Sean Stone. Seine Nichte Caroline Goddet war mit dem Schauspieler Erol Sander verheiratet.cite-ref-37[37]
Literatur
⢠Daniel Remsperger: Oliver Stone * 1946. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-010662-4, S. 716â719.
Dokumentation
⢠Oliver Stone, Regisseur der Kontroversen. Regie: Amine Mestari, ARTE F, Frankreich, 53 Minuten, 2024
Weblinks
Commons
: Oliver Stone
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Oliver Stone bei IMDb
⢠Oliver Stone in der Deutschen Synchronkartei
Einzelnachweise
cite-note-imdb-bio-11. Oliver Stone. Internet Movie Database, abgerufen am 14. Oktober 2009.
cite-note-33. â Zachary Sklar, in: Nina Shengold: Nina Shengold: River of Words. Portraits of Hudson Valley Writers, State University of New York Press, Albany, New York 2010, S. 230.
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cite-note-55. â Die Logik der Eskalation. (Memento vom 30. Dezember 2009 im Internet Archive) In: SĂźddeutsche Zeitung vom 20. Januar 2008.
cite-note-66. â The Untold History of the United States. Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (englisch).
cite-note-77. â Nachhilfunterreicht in amerikanischer Geschichte. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. Dezember 2012, Medien, S. 35.
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cite-note-1414. â Ian Garner: Kremlin Propaganda Hasnât Broken Our Brains â Yet, Rolling Stone, 17. April 2022
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cite-note-1717. â Tiom Weiner: This Is Where Oliver Stone Got His Loony JFK Conspiracies From, rollingstone.com, 22. November 2021
cite-note-1818. â Roger Ebert: Interviews: Oliver Stone defends 'JFK' against conspiracy of dunces, rogerebert.com, 22. Dezember 1991: âHe defends his new film, "JFK," with a rush of dates and references and factsâ
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cite-note-2626. â Andrew Roth: Oliver Stone derided for film about âmodestâ former Kazakh president. In: The Guardian. 11. Juli 2021, abgerufen am 23. Mai 2022: âThe film follows a series of documentary projects featuring Stone about Russia and Ukraine that reflect a strongly pro-Kremlin worldview, including glowing interviews with Putin and former Ukrainian officials such as Yanukovych and Viktor Medvedchuk, a confidante of the Russian president. Stone has noted that the films, which are strongly critical of the 2014 Euromaidan revolution and have been attacked as propaganda vehicles, are very popular in Russia.â
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cite-note-3232. â Stepan Welitschko: An Open Letter to Oliver Stone. In: Krytyka.com. The Krytyka Institute, Januar 2015, abgerufen am 23. Mai 2022: âDo you really believe Mr. Stone that in any of the great events in world history during the past centuries the intelligence services and spies of the great powers of the time were not involved? Simply noting this fact in isolation from all other events leads either to apologetics or conspiracy theories [âŚ] I put it to you Mr. Stone that anyone who produces a film focusing only on the participation of one particular secret service in a given event merely creates cheap propaganda â in this instance of the kind that will benefit Mr. Putin and his dictatorship.â
cite-note-3333. â Nuclear. Biennale Cinema 2022, 13. Juli 2022, abgerufen am 11. September 2022 (englisch).
cite-note-3434. â IMDb.com: Oliver Stone â Awards, abgerufen am 2. November 2016
cite-note-3535. â Vladimir Kozlov, Nick Holdsworth: Oliver Stone Gets Putin Praise, Will Receive Sarajevo Film Festival Honor, hollywoodreporter.com, 24. Juli 2017
cite-note-3636. â Oliver Stone erhält Hauptpreis der B3. Abgerufen am 8. Oktober 2021.
cite-note-3737. â https://www.marathi.tv/celebrity-spouses/caroline-goddet/, abgerufen am 4. Juli 2020